Navigation mit Karte und Kompass
Die folgenden Abschnitte geben Rezepte für den Umgang mit Karte und Kompass an. Diese sind bewusst knapp gehalten und dienen der Wiederholung des gelernten. Für eine ausführliche Darstellung dient z.B. die Playlist von Kai Sackmann
Gelände und Karte abgleichen
Wir versuchen, markante Punkte im Gelände zu identifizieren und auf der Karte zu finden. So gewinnen wir auch ohne Kompass einen ersten Eindruck, wie unsere Position sein könnte. Befinden wir uns auf einem Weg oder einer Wegkreuzung, ist auch eine exakte Positionsbestimmung möglich.
Marschzahl bestimmen
Um mit dem Kompass die Richtung zu einem Punkt auf der Karte zu bestimmen, legen wir den Kompass an die gedachte Verbindungslinie vom aktuellen Standort zum Ziel. Am Beispiel unten ist das das Ende des Weges die Luftlinie zum General-Wille-Haus1. Die Orientierung der Karte spielt keine Rolle; wir drehen einfach den Ring des Kompass so, dass die Linien mit den senkrechten Gitterlinien der Karte übereinstimmen.

Marschzahl peilen
Da es unpraktisch ist, die ganze Zeit auf seinen Kompass zu starren, um die Marschzahl konstant zu halten, peilen wir über den Kompass auf einen Punkt im Gelände, der auf dem eingestellten Kurs liegt. Beim Erreichen dieses Punktes wiederholen wir den Vorgang.
Leitlinie
Als Leitlinie kann z.B. die 800m-Höhenlinie dienen; also einfach versuchen, nicht bergauf oder bergab zu gehen. Wir sind dann nicht immer auf dem genauen Kurs, wissen aber, dass die Linie letztlich das Ziel kreuzt. Auch ein Fließgewässer kann als Leitlinie dienen, da sie natürliche “Routen” durch Landschaften bilden, die Hindernisse umgehen und oft den einfachsten Weg durch ein Gelände markieren.
Auffanglinie
Eine Auffanglinie ist eine bewusst gewählte Barriere in der Landschaft, die dir hilft, dich zu orientieren, wenn du dein Ziel verfehlst. Sie wird wie folgt genutzt:
- Identifiziere eine klare, unverfehlbare Linie auf der Karte, z. B. einen Fluss, einen Weg oder eine Geländekante, die hinter deinem Ziel liegt oder es kreuzt.
- Bewege dich in Richtung deines Ziels. Wenn du es verfehlst, wirst du auf die Auffanglinie treffen.
- Sobald du die Auffanglinie erreichst, orientiere dich erneut und justiere deine Route entsprechend.
Im Beispiel kann die Hochspannungsleitung (blau strichpunktiert) als Auffanglinie dienen. Das Ziel liegt links oder rechts entlang der Linie, es muss also wieder eine Standortbestimmung versucht werden. Am besten gleicht man das Gelände mit der Karte ab.
Vorwärts einschneiden
Beim Vorwärts-Einschneiden bestimmst du den Standort eines unbekannten Punktes mithilfe deiner aktuellen Position und Peilungen:
- Peile von deinem Standort aus den unbekannten Punkt an und miss den Winkel.
- Übertrage den Winkel auf die Karte, indem du eine Linie von deinem Standort aus in die gemessene Richtung zeichnest.
- Wiederhole den Vorgang von einem zweiten bekannten Standort aus.
- Der unbekannte Punkt liegt an der Schnittstelle der beiden Linien.
Rückwärts einschneiden
Das Rückwärts-Einschneiden dient dazu, deinen Standort mithilfe eines bekannten Punktes zu bestimmen:
- Peile einen markanten Punkt in der Landschaft an, der auf der Karte eingezeichnet ist, und miss den Winkel.
- Zeichne auf der Karte eine Linie vom bekannten Punkt aus in die entgegengesetzte Richtung des gemessenen Winkels.
- Wiederhole den Vorgang mit einem zweiten bekannten Punkt.
- Dein Standort befindet sich an der Schnittstelle der beiden Linien.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! ↩︎